Das Mycel (bzw. Mycorrhiza) selbst ist sehr trockenresistent. Solange die Pflanze lebt, stirbt auch die Mycorrhiza nicht ab. Ein paar dürre Wochen können dem Pilz also nichts anhaben. Im Gegenteil, durch den Pilz sind die Wurzeln der Pflanze gut vor dem Austrocknen geschützt, und die Trüffelmycorrhiza scheint gelegentliche Trockenperioden sogar zu mögen.

In der Sommertrockenheit zu gießen ist hilfreich für Pflanze und Trüffel. Wir haben inzwischen herausgefunden dass die Sommerniederschläge sehr wichtig für die Trüffelernte im darauffolgenden Herbst sind. Vor allem der Regen im Juli ist entscheidend. Das ist relevant, wenn Sie die Pflanzung bei der Fruchtung unterstützen wollen um den Trüffel-Ertrag zu erhöhen.

Bei der korrekten Bezeichnung der geliebten Erdknolle bleibt so manche Frage offen. Heißt es die Trüffel oder der Trüffel? Sind es mehrere Trüffel oder mehrere Trüffeln? Der Duden lässt Ihnen grundsätzlich beide Möglichkeiten offen. Trüffel können also männlich oder weiblich sein und in der Mehrzahl mit oder ohne „n“ am Ende auftreten. Etwas präziser wird der Duden jedoch: So wird als korrekte Bezeichnung zuerst die Trüffel und als Mehrzahl die Trüffeln genannt. Die Bezeichnung der Trüffel und als Mehrzahl die Trüffel gilt laut Duden eher als umgangssprachliche Variante. Sie können sich es also aussuchen.

Trüffel sind die Fruchtkörper unterirdisch wachsender Pilze, die in Symbiose mit Bäumen leben. Ihr Pilzgeflecht verbindet sich mit den Feinwurzeln der Bäume und bildet die sogenannte Mycorrhiza. Der Baum verbessert durch die Verbindung mit dem Pilz seine Wasser- und Nährstoffaufnahme und der Pilz erhält im Gegenzug Zuckerverbindungen, die er zum wachsen braucht. Einige Trüffelsorten werden als Delikatesse gehandelt und zählen zu den teuersten Lebensmitteln der Welt.

Weltweit gibt es etwa 140 bekannte Arten die der Gattung Tuber, also den echten Trüffeln angehören. Eine kulinarische Bedeutung haben jedoch nur wenige. Die wichtigsten Trüffelarten nach ihrem kulinarischen Wert geordnet:

  • Tuber magnatum Pico (1788), die weiße italienische Trüffel oder Alba-Trüffel
  • Tuber melanosporum Vittadini (1831), die schwarze Perigord-Trüffel
  • Tuber uncinatum Chatin (1892), die Burgundertrüffel und ihre Variation
  • Tuber aestivum Vittadini (1831), die schwarze Sommertrüffel oder Scorzone
  • Tuber brumale Vittadini (1831), die schwarze Wintertrüffel

In Deutschland kommen davon Tuber uncinatum / aestivum und Tuber brumale sowie viele weitere kulinarisch unbedeutende Arten vor.

Ja, allerdings sind Trüffel als einheimische Pilze in Deutschland weitgehend unbekannt. Wir gehen davon aus, dass sie durch ihre versteckte Lebensweise oft übersehen wurden. Aktuelle Trüffelforschung beweist jedoch das Vorhandensein von Trüffelvorkommen und zeigt dadurch auch erstmals das Potenzial für die Kultivierung nach dem Beispiel anderer Länder wie Frankreich auf.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass sie nur wild wachsen, werden Trüffel schon seit den 70er Jahren zusammen mit ihren Wirtsbäumen angebaut. Eine Trüffelzucht im eigentlichen Sinne des Wortes gibt es nicht, da Trüffel nicht ohne ihre Wirtsbäume wachsen können und deswegen nicht unabhängig von ihnen wie etwa Champignons gezüchtet werden können. Die Hauptanbauländer sind Frankreich, Italien und Spanien, jedoch werden auch in den USA, Australien, Neuseeland, Südafrika und sogar in Österreich und Schweden erfolgreich Trüffel kultiviert. Weitere europäische Länder wie Polen, Rumänien, die Staaten des Baltikums und Finnland arbeiten derzeit daran, den Trüffelanbau zu etablieren.

Wir haben uns für die Impfung unserer Trüffelbäumemit der Burgundertrüffel (Tuber uncinatum) entschieden, da diese Art in Menge, Größe und Geschmack die am besten geeignete Art für die deutschen Verhältnisse ist. Zudem ist sie als heimische Pilzart gut angepasst und weit verbreitet. Sie von September bis Dezember geerntet und erzielt Preise von 200 – 600 Euro / kg. Wildvorkommen der Burgundertrüffel stehen in Deutschland unter Naturschutz. Die Trüffel aus dem Anbau dürfen dagegen frei geerntet und vermarktet werden.

Der Perigordtrüffel (Tuber melanosporum) kommt im mediterranen Raum meistens an immergrünen Gehölzen vor und ist bei uns nicht heimisch. Obwohl die Bedingungen für diese Art mit dem Klimawandel bei uns immer besser werden, ist der Anbau des Perigordtrüffels immer noch als risikoreich und nicht sehr erfolgsversprechend einzustufen.

Unsere Feldforschung hat ergeben, dass die Stieleiche (Quercus robur), die Buche (Fagus sylvatica) und die Haselnuss (Corylus avellana) die häufigsten Wirtsbaumarten der Burgundertrüffel in Deutschland sind. Sie sind perfekt für unsere Verhältnisse geeignet und mit ihnen sind die höchsten Erträge zu erwarten. Andere Wirtsbaumarten wie Hainbuche, Baumhasel, Schwarzkiefer oder Zerreiche spielen bei uns eine untergeordnete Rolle bzw. kommen bei uns nicht natürlich vor. Wir sind der Meinung, dass es am erfolgversprechendsten ist, dem Vorbild der Natur zu folgen, und bieten daher ausschließlich heimische Baumarten an.

Der Erfolg nachträglicher Impfungen von Bäumen und Sträuchern mit speziellen Impfstoffen ist nicht nachgewiesen. Das Wurzelsystem einer Pflanze ist immer von vielen unterschiedlichen Pilzen besetzt, die die Ansiedelung der Trüffel verhindern. Es ist sehr unwahrscheinlich die vorhandenen Pilze zu verdrängen. Dagegen haben durch die Pflanzung von gut besiedelten Trüffelbäumen später die anderen Pilze wenige Chancen sich anzusiedeln, da das Wurzelsystem bereits von der Trüffel besetzt ist. Aus diesen Gründen bieten wir keine Impfstoffe an, sondern konzentrieren uns ganz auf die optimale Impfung unserer Trüffelbäume.

 

Das ist unwahrscheinlich, da das Wurzelsystem der anderen Pflanzen immer schon von vielen unterschiedlichen Pilzen besetzt ist, die die Ansiedelung der Trüffel verhindern. Dagegen haben durch die Pflanzung von gut besiedelten Trüffelbäumen später die anderen Pilze wenige Chancen sich anzusiedeln, da das Wurzelsystem bereits von der Trüffel besetzt ist.

Man kann Trüffelbäume auch in bestehenden Waldbeständen integrieren. Es besteht jedoch eine höhere Konkurrenz von anderen Mycorrhizapilzen, die an den Wurzeln naheliegender Waldbäume leben. Bei optimalen Bedingungen ist die Trüffelmycorrhiza sehr konkurrenzstark und lässt sich nicht verdrängen. Bei schlechten Bedingungen besteht dieses Risiko jedoch. Ein Sicherheitsabstand von mindestens einer Kronenbreite zum nächsten Waldbaum ist daher ratsam. Obstbäume stellen kein Risiko dar, da sie keine konkurrierenden Mycorrhizapilze im Wurzelsystem haben. Zusätzlich sollten bei der Integrierung von Trüffelbäumen in bestehende Wälder die richtigen Lichtverhältnisse hergestellt werden. Gerade in den ersten Jahren brauchen die Trüffelbäume viel Licht um optimal wachsen zu können. Die Vorbereitung einer Waldfläche für den Trüffelanbau kann unter Umständen arbeitsintensiver sein als auf einem Acker, da eventuell gemulcht werden muss.

Das hängt von Bodenbeschaffenheit, Lage und Klima ab. Grundsätzlich sollte der Boden kalkig und gut entwässert sein. Eine Hanglage oder Kuppe ist einer Ebene oder Senke vorzuziehen, da hier die Gefahr der Staunässe geringer ist. Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Trüffelbaumkultur können Sie in der Rubrik Plantage einsehen. Bei Interesse prüfen wir gerne die Eignung Ihres Grundstücks und führen eine Bodenuntersuchung durch. Sprechen Sie uns an!

Bei zu niedrigen pH-Werten kann der Boden durch Aufkalken vor dem Trüffelanbau verbessert werden. Auch wenn die Trüffelbäume bereits gepflanzt sind kann noch eine Aufkalkung durchgeführt werden. Bei Bedarf wird durch Ausbringen und Einarbeiten von Kalksplit (0-20mm) der pH-Wert des Bodens erhöht und damit günstigere Wuchsbedingungen für den Trüffel geschaffen. Bei zu sauren Böden reicht eine Aufkalkung nicht, hier ist die Trüffelzucht leider nicht erfolgsversprechend.

Die beste Pflanzzeit ist im Oktober/November wenn die Bäume nicht mehr voll im Saft stehen. Es kann auch im Frühjahr vor dem Austrieb gepflanzt werden, dann müssen die Trüffelbäume unter Umständen gewässert werden.

Besonders im jungen Stadium können die Pflanzen von Wild (Rehen, Hasen und vor allem von Mäusen) verbissen werden. Die Eichen werden am liebsten gefressen, während die Buchen und Haseln normalerweise in Ruhe gelassen werden. Besteht bei Ihnen die Möglichkeit, dass Wild Zugang zu den Bäumen hat, sollten Sie sie unbedingt vor Verbiss schützen – auch eine Mäusebekämpfung (z.B. mit Fallen, Ködern) ist ratsam. Wir empfehlen den Baum z.B. mit einem feinmaschigen Draht oder mit einer Wuchshülle mit Hartholzstab, die über die Pflanze gestülpt und ca. 3-4cm in den Boden gedreht wird mit ausreichender Höhe (Eiche mind. 1m und Buche/Hasel mind. 60cm) zu schützen. Die Wuchshüllen erzeugen bei den Eichen zusätzlich günstige Wachstumsverhältnisse und schützen die Pflanzen vor Verbiss durch Mäuse, Rehe, Hasen und anderes Wild.

Nein, verglichen mit anderen Kulturen ist sie sogar sehr pflegeleicht. Man sollte die Fläche vorbereiten, so dass unbehindert gepflanzt werden kann. Je nach Ausgangssituation kann das durch Mähen, Pflügen und Eggen, oder Mulchen geschehen. Danach muss nur noch die Konkurrenzvegetation im Wurzelbereich der Bäume kontrolliert werden, bis sich diese Aufgabe durch Beschattung selbst erledigt. Das heißt konkret, dass in den ersten fünf Jahren ein bis zweimal pro Jahr um die Bäume herum gemäht werden sollte.

Wir gehen von einer Wachstumsphase des Baumes von mindestens 5-7 Jahren aus, bis die ersten Trüffel wachsen. So lange dauert es bis die Bäume den Trüffelpilz bei der Bildung der Fruchtkörper unterstützen können. Danach bilden sich während der Trüffelsaison (etwa Juli – Februar) stetig neue Fruchtkörper die je nach Bedarf geerntet werden können.

ein Trüffelhund bei der Trueffelernte der deutsche TrueffelbäumeDie Trüffelernte ist am besten mit einem Trüffelhund durchzuführen. Das Trüffelschwein gehört der Vergangenheit an, da ein so großes Tier schwer zu kontrollieren ist und auch selbst einen gehörigen Appetit auf die Delikatesse hat. Bei kleinen Pflanzungen, wie z.B. in einem Garten kann man auch ohne Hund auf die Suche gehen indem man vorsichtig per Hand die obere Bodenschicht absucht.

Uli Stobbe und Ludgar Sproll unter einer TrueffeleicheErntemengen sind schwer vorherzusagen und es besteht bei schlechten Standortbedingungen auch das Risiko keine Trüffel zu ernten. Unsere Philosophie ist es daher, alle Fehlerquellen von vorneherein zu vermeiden um die Erfolgschancen zu optimieren. Die Spanne pro Baum kann von 0 bis über 1kg reichen und ist über eine Pflanzung oft unregelmäßig verteilt. In einem Garten können schon ein paar Haselnussbüsche für gute Trüffelernten ausreichen. Bei kommerziellen Pflanzungen ergibt ein Hektar gut fruchtende Trüffelpflanzung durchschnittlich etwa 20kg bis 40kg pro Jahr, wobei in guten Jahren auch wesentlich größere Mengen möglich sind. Langfristig ist eine funktionierende Trüffelpflanzung pro Hektar sehr viel rentabler als herkömmliche Landwirtschaft. Es sind keine schweren Geräte zur Pflege und Ernte nötig und die Pflanzung kann viele Jahrzehnte lang Erträge abwerfen.

Bis vor einigen Jahren nahm man an, dass es sich bei den beiden um verschiedene Arten handelt, da sie zu unterschiedlichen Zeiten wachsen und sich geringfügig unterscheiden. Durch gentechnische Untersuchungen wurde jedoch festgestellt, dass sie derselben Art angehören. Die schwarze Sommertrüffel (Tuber aestivum) ist die früh fruchtende Variation und wächst von Juli bis September. Tuber aestivum ist auch der zuerst beschriebene und in der Wissenschaft verwendete Name für die Art. Die Burgundertrüffel (Tuber uncinatum) dagegen wächst von Oktober bis Dezember und hat einen intensiveren Geschmack. Diese spätfruchtende Variante gilt als edler, wird zu höheren Preisen als der Sommertrüffelgehandelt, und der Name daher gerne in der Gastronomie verwendet.

Der Eichenmehltau (Microsphaera alphitoides) gehört zu den echten Mehltaupilzen und ist ein sehr stark verbreiteter Pilz-Schädling der fast alle Eichen in freier Natur befällt. Er kommt vor allem im Frühjahr bei warmen und feuchten Wetter zum Ausbruch. Die Sporen des Erregers werden durch die Luft übertragen und sind überall verbreitet.

Man erkennt den Schädling an weißen Flecken, die sich auf den Blattoberseiten der jungen Blätter entwickeln, und sich dann innerhalb weniger Tage stark ausbreiten. Lässt man dem Pilz freien Lauf schädigt er die Blätter stark, so dass diese später welken und manchmal ganz ausfallen. Mehltau schädigt zwar den gerade ausgetriebenen Blattjahrgang, führt jedoch nicht zum Absterben der Pflanze. Die nächsten Blätter werden normal gebildet und können dann durch vorbeugende Maßnahmen geschützt werden.

Man sollte schon beim ersten Anzeichen eines Befalls reagieren, oder vorbeugende Maßnahmen ergreifen. Wenn der Mehltau erst mal da ist geht es vor allem darum, die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Als rein ökologisches Mittel hilft das wöchentliche Spritzen mit Milch (1:10 Milch/Wasser).
Ansonsten kann man, wie im Weinbau, auf Schwefelhaltige Mittel wie Neudorff Netz-Schwefelit® WG zurückgreifen. Diese sind jedoch eher zur Vorbeugung geeignet und können einen fortgeschrittenen Befall nicht mehr stoppen.

Wenn bereits ein starker Befall da ist, hilft nur noch ein systemisches Spritzmittel, dass die Pflanze aufnimmt und nach oben in die befallenen Blätter transportiert. Geeignete Mittel aus dem Gartenhandel sind Bayer Rosen-Pilzfrei Spray Baymat® Plus oder Celaflor Rosen-Pilzfrei Saprol® Spray.

Bei schwefelhaltigen Mitteln sollte man aufpassen, dass nicht zu viel in den Boden gelangt, da sie der Trüffel-Mycorrhiza schaden können. Die systemischen Mittel schädigen die Trüffel-Mycorrhiza nicht, da sie nur auf den Mehltau-Pilz wirken. Generell sollte man im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sehr vorsichtig und sparsam sein, geeignete Schutzkleidung tragen und unbedingt die Angaben der Hersteller beachten.

 

mehltau

Erste Anzeichen von Mehltaubefall bei Eichen:

weiße Flecken auf den Blattoberseiten, die sich schnell ausbreiten.

Die Eignung des Bodens ist essentiell für die erfolgreiche Trüffelzucht. Für einen groben Anhaltspunkt können Sie den pH-Wert des Bodens mit Messstreifen aus dem Gartenfachmarkt oder aus der Apotheke testen. Folgen Sie bitte den Anweisungen des Messstreifen-Herstellers. Sollten Sie eine größere Anpflanzung von Trüffelbäumen vorhaben und möchten sicher gehen, dass sich Ihr Grundstück für den Trüffelanbau eignet, können Sie bei uns eine Bodenanalyse durchführen lassen. Wir bieten eine einfach Bodenanalyse an, bei der Sie die Proben selbst entnehmen können. Für genauere Informationen zu diesem Angebot kontaktieren Sie uns bitte.